… statt Parksuchverkehr mit Anwohnerfrust

Schnatgang in Zeiten von COVID 19 geht nur mit Abstand und mit Anmeldung. So hatte sich ein Kreis von sechs Beteiligten, darunter drei grüne Kandidaten zum Austausch vor Ort am Krankenhaus Bad Oeynhausen getroffen. Neben Landratskandidat Siegfried Gutsche, Bürgermeisterkandidat Dr. Volker Brand waren auch zwei Anwohner, Uwe Heitland aus der Brandenburger Straße und Gerold Haug aus der Uhlandstraße, sowie Betriebsrätin Stephanie Karger vom HDZ vor Ort.
Die Initiative für den Termin kam von Kreistagskandidat Thomas Dippert. Er verwies eingangs auf die nun halbstündlich getaktete Busanbindung beider Kliniken. Eine gute Ausgangslage, die jetzt konsequent weiterentwickelt werden muss. Das Beispiel eines anderen großen Arbeitgebers im Norden Bad Oeynhausens müsse nun auch im Süden „Schule machen“:
Der Wittekindshof hat vor zwei Jahre erfolgreich das Job-Rad für seine Betriebsangehörigen etabliert. Über dreihundert Mitarbeitende nutzen die günstigen Bedingungen und erhalten ein eBike oder Pedelec zur privaten wie dienstlichen Nutzung zu vergünstigten Konditionen. Nun zieht der Bus nach: Ein ähnlich co-finanziertes Jobticket ermöglicht preisgünstig die Nutzung von Bus- und Bahn, bei Bedarf ist das Ticket gültig in ganz Westfalen. Zunächst soll ein Modellversuch die Akzeptanz in Erfahrung bringen. Der Wittekindshof ist einer der ersten, die es ab Herbst 2020 ausprobieren werden.

Das Monatsticket nach Petershagen oder Rahden oder bis Bünde wird dann monatlich etwa 55,- Euro kosten. Bis Bielefeld oder Gütersloh werden weitere 10,- Euro Zuschlag erforderlich. Und bis Münster kostetet das Monatsticket wohl etwa 120,- Euro. „Wer kann dazu schon „nein“ sagen?“, fragt Thomas Dippert. „Da bleibt das eigene Auto in der Garage. Und die Anwohner hier freuen sich, dass die Straße wieder frei für die örtliche Nutzung ist und nicht alles zugeparkt wird, bis zum Nichts-geht-mehr.“
Stephie Karger, Betriebsrätin am HDZ, bestätigt, dass solche Angebote auch das Interesse der Belegschaft in der Südstadt treffen werden. Allerdings müsse der Busfahrplan noch enger auf die Schichtzeiten abgestimmt sein. Anschlüsse zum Zug nach Bielefeld, Porta Westfalica oder Minden und Hameln müssten funktionieren. Ein Job-Rad hingegen mit „geldwertem Vorteil“ für die Betriebsangehörigen ließe aktuell der TVÖD-Tarif nicht zu.

Bürgermeister Kandidat Dr. Volker Brand regt an, solche und weitere Standortfragen zukünftig Themen in einen regelmäßigen gemeinsamen Austausch von Stadtverwaltung, Kreisverwaltung und den beiden Einrichtungen HDZ und Mühlenkreiskliniken MKK zu behandeln.
Brand: „Mir ist auch wichtig, dass die erwogene Zusammenlegung der Auguste-Viktoria-Klinik mit dem Krankenhaus am Standort in der Wielandstraße mit einer angepassten Planung unterlegt wird. Ich habe Angst um die Bäume hier. Der Baumbestand darf nicht unter der Standorterweiterung leiden.“
(Text: Thomas Dippert, 08.08.2020)
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